Im Mai trat die Architektenkammer Baden-Württemberg mit Andreas Hofer, dem Intendanten der IBA 2027 StadtRegion Stuttgart, an die Projektgruppe AiP/ SiP heran, um mit den jungen ArchitektInnen und StadtplanerInnen ins Gespräch zu kommen. Diese sind für Herrn Hofer die entscheidenden Ansprechpartner, da sie im Jahr 2027 in den Büros die Architektur und Stadtplanung der Region mitprägen werden.
Zu der Veranstaltung "IBA 2027 - Impuls für neues Bauen" am 11. Juli waren ca. 30 interessierte AiPs und SiPs erschienen; auch Hans Dieterle (Hauptgeschäftsführer Architektenkammer Baden-Württemberg), Peter Reinhardt (Geschäftsführer Institut Fortbildung Bau), Ruth Schagemann und Gunnar Seelow (beide Nationale und internationale Berufspolitik, AKBW) waren anwesend. Nach einer kurzen Begrüßung und Einführung von dem Hauptgeschäftsführer übergab dieser das Wort an die Projektgruppenvorsitzende der AiP/SiP Sara Vian und Rupert Wagner, die ebenfalls die Anwesenden begrünten, über die aktuellen Aktivitäten der Projektgruppe informierten und Andreas Hofer vorstellten.
Der gebürtige Schweizer hat an der ETH Zürich Architektur studiert. Seit 1993 ist er Partner im Planungs- und Architekturbüro Archipel. Neben verschiedenen Tätigkeiten in Genossenschaften, in der Forschung, als Jurymitglied in Wettbewerben oder an Hochschulen publiziert er regelmäßig in diversen Medien zu Architektur-, Städtebau- und Wohnungsfragen. Seit Frühjahr 2018 ist er Intendant der IBA 2027 StadtRegion Stuttgart.
Auf Basis des 100-jahrigen Bestehens der Weisenhofsiedlung, die der Welt zur Internationalen Bauausstellung im Jahr 1927 vorgestellt wurde, soll das Ziel der IBA 2027 sein, jene mit Zukunftsbildern aufzuladen. Die einstige Epoche der Moderne, die beim Bau der Weisenhofsiedlung zum Ausdruck kam, muss nun in eine "Neue Moderne" der Baukultur übersetzt werden. Das Stadtbild der europäischen Stadt, das die letzten Jahre das Maß aller Dinge war, muss überwunden werden um neue Ideen zuzulassen und zu entwickeln. Themen der zukünftigen "Neuen Moderne" werden eine starke, experimentierfreudige Architektur, die Digitalisierung, die Produktionsbedingungen wie bspw. Nahrungsproduktion, Nachhaltigkeit, Mobilität und soziale Integration sein. Die Architektur ist eine synthetische Form, die keine Trennung der zuvor genannten Faktoren zulasst, die im gelebten Raum erlebbar ist und somit die Zukunft unserer gebauten Umwelt prägen wird. Diese neue Baukultur soll ihren Hohepunkt in der baulichen Umsetzung von fünf bis sieben Quartieren bis zum Jahr 2027 in der StadtRegion Stuttgart finden.
Das derzeitige Interesse an der IBA 2027 in der StadtRegion Stuttgart ist groß. Um es auch in den kommenden neun Jahren zu wahren, wird es neben den baulichen Umsetzungen, die einen langjährigen Prozess voraussetzen, verschiedene "leichtfüßigere" Ebenen geben. Über die neun Jahre verteilt sollen verschiedene Festivals, Umsetzungen von temporarer Architektur und stadtkulturelle Veranstaltungen organisiert werden. So soll die IBA auch in den Fokus des Laien rucken. Die junge Planer- und Architektenschaft soll in Form von Summer Schools an den Universitäten, verschiedenen Infoveranstaltungen und möglichen Projekten, mit denen Büros eventuell beauftragt werden, in den Prozess der IBA eingebunden werden.
Die IBA 2027 sieht sich einerseits als Sammelgefäß, aber auch als Katalysator für neue Ideen und Projekte, von denen nicht alle umgesetzt werden können - jedoch bietet sich für einige die Möglichkeit ins Blickfeld etwaiger Investoren hervorzudringen. Der Dialog unter den Planern soll gestärkt und gefordert werden, damit sich neue Ideen entwickeln können, die über den derzeitigen Horizont hin- aus gehen.
Der Titel "IBA 2027 StadtRegion Stuttgart" vermittelt dem Betrachter bereits das größte Ziel dieser internationalen Bauausstellung: Die umliegende Region der Landeshauptstadt ist geprägt von starken, selbstbewussten, mittelgroßen Städten. Diese dürfen in Zukunft nicht zu urbanisierten Dörfern degradiert werden, sondern müssen gemeinsam mit dem Zentrum Stuttgart ein großes urbanes Gebiet ergeben, das alle Anforderungen an eine neue Moderne erfüllt!
Unser nächstes Projektgruppentreffen findet am 12. September im Haus der Architekten in Stuttgart statt - wir freuen uns auf euer Kommen! Kontakt für Fragen oder Anregungen: aip_sip spamgeschützt @ spamgeschützt akbw.de
17.08.2018
Mitgliederjahresinformation update21
Vier informative Filmbeiträge zu aktuellen Themen und Novellen – das ist update21 online. Das „Wissens-Update“ steht Ihnen auch in diesem ...