Nach dreijähriger Pause wurde 2017 wieder eine bundesweite Online-Befragung der Kammermitglieder durchgeführt. Die Rücklaufquote im Land lag mit 16,8 Prozent niedriger als beim letzten Mal, erlaubt aber dennoch erkenntnisreiche Rückschlüsse. Es hat sich bewährt, Büroinhaber und Angestellte gleichzeitig zu befragen. Dadurch können die Daten mit europäischen Zahlen, die nächstes Jahr vorliegen werden, verglichen werden. Es läuft weiterhin relativ gut in den Architekturbüros im Land. Im Mittel konnten sie 2017 einen Überschuss von 68.000 Euro erwirtschaften. Dies entspricht einer Zunahme von 4,6 Prozent innerhalb von zwei Jahren. Leider konnten die einzelgeführten Inhaberbüros von diesem Trend nicht profitieren, deren Überschuss stagniert seit 2015 im Mittel bei 40.000 Euro.
Der Berufsstand in Baden-Württemberg steht im Bundesvergleich recht gut da. Hier konnten die Büros einen mittleren Überschuss von lediglich 60.000 Euro erzielen und liegen damit ca. 12 Prozent unter den Architekturbüros im Südwesten. Dieser Befund gilt allerdings nicht für die Ein-Personen-Büros, deren Ertrag von 39.000 Euro im Bundesschnitt kaum unter dem Ertrag der Ein-Personen-Büros in Baden- Württemberg liegt.
Im Mittel verdienen angestellte Architektinnen und Architekten in Baden-Württemberg (inklusive der Überstundenvergütung) 54.000 Euro, wobei erhebliche Unterschiede zwischen den in Planungsbüros (46.583 Euro), im öffentlichen Dienst (62.750 Euro) und in der gewerblichen Wirtschaft (72.000 Euro) Beschäftigten bestehen. Positiv sind die Gehaltszuwächse, die zwischen 2014 und 2017 im Mittel um 12,5 Prozent gestiegen sind.
Bedauerlicherweise liegen die Gehälter baden- württembergischer Architektinnen und Architekten insgesamt unter dem Bundesdurchschnitt (54.600 Euro). Dies ist auf die deutlich niedrigere Entlohnung bei den Planungsbüros in Baden-Württemberg (46.583 Euro vs. 48.000 Euro bundesweit) zurückzuführen. Die AiP/SiP sind hier nicht mitgerechnet, deren Gehalt beläuft sich im Mittel auf 33.600 Euro.
Es herrscht außerdem ein großes Ungleichgewicht bei der Entlohnung von Frauen und Männern. Während Architektinnen im Mittel 45.500 Euro verdienen, sind es bei den männlichen Kollegen 60.000 Euro - Frauen verdienen damit fast ein Viertel weniger. Baden- Württemberg hinkt bei der geschlechtsspezifischen Lohnungleichheit der übrigen Republik hinterher: Im Bundesdurchschnitt verdienen Architektinnen "nur" 20 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.
Anhaltend hoch ist die Zufriedenheit der Mitglieder mit der Arbeit ihrer Kammer: Über 70 Prozent sind mit der Kammerarbeit zufrieden oder sehr zufrieden, wobei die selbständigen Kammermitglieder leicht positiver eingestellt sind als die angestellten. Besonders bekannt und intensiv genutzt werden die Angebote des Instituts Fortbildung Bau und die Altersvorsorge des Versorgungswerks, während etwa die Veranstaltungen der einzelnen Kammergruppen den allermeisten Mitgliedern bekannt sind, aber nur von der Hälfte der Befragten auch besucht werden.
Die detaillierten Auswertungen der Umfrage durch das Institut Hommerich sind im Internet bzw. über die Landesgeschäftsstelle zu beziehen.
