Am 19. September fand im Haus der Architekten in Stuttgart der erste deutsch-spanische Netzwerkabend statt. Diese Veranstaltung ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen der Architektenkammer Baden-Württemberg (AKBW), der Spanischen Botschaft, dem Spanischen Generalkonsulat und der Deutsch-Spanischen Gesellschaft.
Ausgangspunkt für die Veranstaltung war die Beobachtung, dass zunehmend junge internationale, vor allem spanische Kolleginnen und Kollegen in den baden-württembergischen Architekturbüros arbeiten. Vor allem in den südeuropäischen Ländern befindet sich das Baugewerbe aufgrund der globalen Finanzkrise in einer depressiven Phase. Eine sehr hohe Arbeitslosenquote, besonders unter den jungen Absolventen, bewegt dort viele Architekten dazu, sich auf internationale Stellen zu bewerben.
Vor zehn Jahren war die deutsche Architektenschaft in einer ähnlichen Situation. Heute hat sich die Situation gewandelt: Die derzeitige Hochkonjunktur im deutschen Baugewerbe ist so gut wie noch nie in den letzten 25 Jahren. Sie bietet nicht nur unzählige freie Stellen, die nicht besetzt werden können, sondern auch immer attraktivere Arbeitsbedingungen.
Diese beiden Ausgangssituationen - Deutschland mit vielen Stellenangeboten und Fachkräftemangel, südeuropäische Länder mit vielen arbeitslosen Fachkräften - sind der Ursprung zahlreicher Kooperationen und Vereinbarungen unter den europäischen Ländern. Sie werden zum Symbol für ein gelebtes Europa.
Vor diesem Hintergrund ist die Idee entstanden ein internationales Netzwerk aufzubauen: um sich auf kurzem Weg austauschen zu können, die kulturellen Unterschiede und Hürden zu überwinden sowie die Vorteile zu erkennen und zu diskutieren, die sich durch die Komplementarität der deutschen und spanischen Architekten ergibt.
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Das Herzstück der Veranstaltung war ein persönlicher Erfahrungsbericht von Professor Enrique Sobejano über den Werdegang seines Büros Nieto Sobejano Arquitectos. Das Büro, mit Niederlassungen in Madrid und Berlin, ist der spanische Shootingstar unter den Architekturbüros.
Sobejano gab dem Publikum einen Einblick in die Strukturen und Arbeitsweise seines Büros. Nachdem die Erweiterung des Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde, erhielt das Büro zunehmend Angebote, an anderen Wettbewerben teilzunehmen.
Sobejano, der regelmäßig zwischen Berlin und Madrid pendelt, ist darauf bedacht, dass in beiden Bürostandorten die Philosophie und die Offenheit gegenüber experimenteller Architektur gewahrt wird. Jedoch unterscheiden sich die jeweiligen Projektabwicklungen aufgrund der unterschiedlichen Rechtsgrundlagen. Die Qualität der Bauten, so Sobejano, ist in Deutschland sicherlich hochwertiger, allerdings sind die Prozesse bis hin zur Fertigstellung eines Gebäudes wesentlich komplexer. In Spanien ist es möglich in den vorderen Leistungsphasen zu planen, ohne dass man die Planung bis ins letzte Detail durchdringen muss. Die spätere Baustelle gibt den Architekten die nötige Freiheit spontan umzuplanen bzw. spontan zu korrigieren. Die größere Freiheit birgt allerdings auch mehr Raum für Fehler.
Diese Vorgehensweise hängt sicherlich auch damit zusammen, dass in Deutschland die verschiedenen Fachdisziplinen der Bauprojekte an verschiedene Ingenieure vergeben werden. Beplant der sogenannte "aparejador" in Spanien bspw. die komplette Gebäudetechnik, wird dies hierzulande von mehreren Fachingenieure gemacht. Passend hierzu scherzte Sobejano während seines Vortrags wehmütig: "Wenn ich in Deutschland auf einer Baustelle bin, kann ich die Handwerker nicht bitten hier und dort noch etwas zu verändern, die Planung liegt allen Ingenieuren und Handwerkern vor und da kann an der Planung so spontan nichts verändert werden."
Nach dem spannenden Vortrag folgte die Podiumsdiskussion. Hieran beteiligt waren auf Seiten der Arbeitgeber Professor Enrique Sobejano, Professor Stephan Birk und Alexander Vohl sowie auf Seiten der Arbeitnehmerinnen Dr. Elena Gutiérrez (Spanien) und Alejandra Padilla-González (Mexico). Es war ein reger Austausch von Erfahrungen und Ideen.
Die größte Herausforderung für die internationalen Architekten in Deutschland, so berichten Dr. Elena Gutiérrez und Alejandra Padilla- González, ist die Sprache. Diese zu lernen und richtig anzuwenden ist sehr schwer und dauert sehr lang. Die deutschen Arbeitgeber haben ein großes Interesse die ausländischen Mitarbeiter zu unterstützen und von ihnen andere Herangehensweisen zu lernen. Zunächst wird eine Kommunikation auf Englisch akzeptiert. Vor allem im Bereich der Wettbewerbsarbeit spielt die Sprache keine übergeordnete Rolle. Doch sobald der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin innerhalb des Büros aufsteigt und in den höheren Leistungsphasen tätig werden möchte, wird die deutsche Sprache unerlässlich.
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass spanische Mitarbeiter genauso gut ausgebildet sind wie deutsche. Die deutschen Architekten haben ein großes Wissen in der Detailplanung, die spanischen Architekten besitzen aus deutscher Sicht die große Fähigkeit Projekte unkonventionell anzugehen und zu entwickeln. Auffällig ist, dass spanische Architekten gerne ein Projekt von der ersten bis zur letzten Leistungsphase begleiten. Diesen "Baustellen-Hunger", den die internationalen Mitarbeiter mitbringen, rechnen die deutschen Arbeitgeber den Kollegen hoch an.
Es gibt natürlich auch kulturelle Unterschiede, wie die Diskussionsteilnehmer feststellen. Im Büro von Alexander Vohl arbeiten 18 verschiedene Nationalitäten. Dies hat nicht nur positive Auswirkungen auf die kulinarisch vielfältigen Mittagspausen, sondern auch auf die Sichtweise auf neue Projekte. Diesen Worten kann sich Prof. Stephan Birk nur anschließen und merkt zusätzlich an, dass sprachliche Missverständnisse nicht nur zu Irritationen führen können, sondern mit viel Spaß auch zu einem guten Büroklima. Prof. Enrique Sobejano erzählt, wie diszipliniert und ruhig seine Mitarbeiter im deutschen Büro arbeiten und wie ihn der Lärmpegel im spanischen Büro überwältigt, wenn er dorthin zurückkehrt. Manchmal wünscht er sich, dass die Deutschen etwas spanischer und die Spanier etwas deutscher werden könnten.
La arquitectura conecta
Sobrepasando las fronteras…
Del grupo de trabajo AiP/SiP
El día 19 de septiembre tuvo lugar el primer networking hispano-alemana en el edificio Haus der Architekten en Stuttgart. Este evento es el resultado de una cooperación entre el Colegio de Arquitectos de Baden-Wurtemberg (AKBW), la Embajada de España, el Consulado General de España y la Asociación Hispano-Alemana.
Punto de partida de este evento fue el hecho de que cada vez más compañeras y compañeros jóvenes internacionales, sobre todo españoles, trabajan en las oficinas de arquitectura en Baden-Wurtemberg. Debido a la crisis económica global, el sector de construcción se encuentra en una fase de depresión sobre todo en los países del sur de Europa. Una cuota de paro muy alta, sobre todo en lo que se refiere a los licenciados jóvenes, motiva a muchos arquitectos a solicitar puesto de trabajo en el extranjero.
Hace diez años los arquitectos alemanes se encontraron en una situación parecida. Hoy día la situación ha cambiado: La actual coyuntura del sector de construcción alemán es la más favorable de los últimos 25 años. No sólo ofrece numerosos puestos libres que no se pueden ocupar, sino también condiciones de trabajo cada vez más atractivas.
Estas dos situaciones de partida - Alemania con muchas ofertas de trabajo y falta de mano de obra por una parte y muchos especialistas en paro en los países en el sur de Europa - forman el origen de numerosos acuerdos y cooperaciones entre los países europeos. Simbolizan la visión realizada de una Europa viva.
En base a ello se creó la idea de establecer una red: para poder intercambiar fácilmente opiniones, superar las diferencias y los obstáculos culturales, descubrir y comentar las ventajas que surgen de la complementariedad de los arquitectos alemanes y españoles.
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El núcleo central del evento fue un informe personal de experiencias del profesor Enrique Sobrejano sobre el desarrollo de su oficina Nieto Sobejano Arquitectos. Esta oficina, que tiene sucursales en Madrid y Berlín, es la estrella española entre las oficinas de arquitectura.
El Sr. Sobejano presentó al público las estructuras y la forma de trabajar de sus oficinas. Después de haberle sido otorgado el primer premio por la ampliación del Museo de Arte de Moritzburg Halle (Saale), la oficina recibió cada vez más ofertas para participar en otros concursos.
El Sr. Sobejano, que regularmente se desplaza entre Berlín y Madrid, está muy atento de que se mantenga en las dos oficinas la misma filosofía y el espíritu abierto frente a la arquitectura experimental. Sin embargo, existen diferencias en el desarrollo de los proyectos debido a las distintas legislaciones al respecto. Según dice el Sr. Sobejano, la calidad de la construcción en Alemania es seguramente más alta, pero los procesos a realizar hasta la finalización de las obras es considerablemente más compleja. En España es posible planificar las primeras fases de trabajo sin tener que elaborar la planificación hasta los últimos detalles. La concretización progresiva de la obra de construcción les ofrece a los arquitectos la libertad necesaria para modificar los planes o corregirlos espontáneamente. No obstante, esta ampliación de la libertad también entraña más riesgos de fallos.
Dicho procedimiento seguramente tiene que ver con el hecho de que en Alemania las distintas disciplinas especializadas de los proyectos de construcción se encomiendan a diferentes ingenieros. Mientras el aparejador en España planifica toda la técnica del edificio, en Alemania estas tareas son realizadas por varios ingenieros especializados. Durante su conferencia el Sr. Sobejano andaba bromeando sobre dicha diferencia: "Cuando me encuentro en una obra en Alemania no puedo pedirles a los trabajadores que realicen ciertos cambios. Todos los ingenieros y trabajadores disponen de los planes que no pueden ser modificados de forma tan espontánea."
Después de la muy interesante conferencia se inició el debate. Participaron por parte de los empleadores el Professor Enrique Sobejano, Professor Stephan Birk y Alexander Vohl y por parte de los empleados Dr. Elena Gutiérrez (España) y Alejandra Padilla-González (México). Se produjo un vivo intercambio de experiencias e ideas.
Según comentaron tanto la Dr. Elena Gutiérrez y Alejandra Padilla González, el mayor desafío es el idioma. Es muy difícil y se tarda mucho en aprenderlo y aplicarlo correctamente. Los empleadores alemanes están muy interesados en apoyar a los empleados extranjeros y en aprender de ellos otras formas de proceder. Al principio se acepta la comunicación en inglés. El idioma no tiene demasiada importancia sobre todo en el tema de los concursos. Pero cuando el empleado o la empleada asciende en la oficina y quiere desempeñar tareas en las fases de más nivel, el dominio del idioma alemán es imprescindible.
Básicamente cabe constatar que los empleados españoles tienen una formación equivalente a la de los alemanes. Los arquitectos alemanes disponen de amplios conocimientos de la planificación en detalle. Desde el punto de vista alemán, los arquitectos españoles tienen mucha capacidad para enfrentar y desarrollar los proyectos de forma original y poco convencional. Resalta que a los arquitectos españoles les gusta asistir en los proyectos desde la primera fase hasta la última. Los empleadores alemanes aprecian mucho esas ganas de estar a pie de obra, que demuestran los arquitectos internacionales.
Naturalmente existen también diferencias culturales, según pudieron constatar los participantes del debate. En la oficina de Alexander Vohl trabajan personas de 18 nacionalidades distintas. Lo que no sólo tiene efecto en la amplia gama culinaria de las pausas, sino también en la percepción de los proyectos. Al profesor Stephan Birk sólo le queda apoyar dichas palabras y destaca que los malentendidos debido al idioma no sólo pueden provocar irritaciones sino un buen clima de trabajo muy divertido. El profesor Enrique Sobejano comenta que los empleados de la oficina alemana trabajan de forma disciplinada y tranquila y que le resulta siempre llamativo el ruido en su oficina española cuando regresa allí. A veces desearía que los alemanes fueran un poco más españoles y los españoles un poco más alemanes.
09.04.2019
Ihr Ansprechpartner
Ruth Schagemann
Architektin Leitung Stabsstelle für nationale und internationale Berufspolitik
Ruth Schagemann
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