Umbau und Erweiterung des Gesundheitszentrums Helfenstein Klinik Geislingen
Eybstraße 16
73312 Geislingen a. d. Steige
h4a Gessert + Randecker Generalplaner GmbH Stuttgart
GHZ Gesundheitszentren des Landkreises Göppingen GmbH, Alb Fils Kliniken GmbH, Göppingen
2013
Am Aufstieg vom Alpenvorland hinauf zur Schwäbischen Alb liegt die Stadt Geislingen an der Steige. Hier steht seit Beginn des 20. Jahrhunderts die Helfenstein Klinik. Unser Büro erhielt 2009 den Auftrag einer Umstrukturierung des gesamten Komplexes. Durch Teilabriss und Modernisierung der bestehenden OP- und Intensivbereiche und der Notfallaufnahme sowie Erweiterung um ein Gesundheitszentrum mit Arztpraxen, Dialysezentrum, Apotheke, Sanitätshaus und Café wird der Klinikstandort gesichert.
Der winkelförmige Neubau ergänzt den Bestand und schafft eine eindeutige Zugangssituation. Dabei nimmt sich der Baukörper in der Geschossigkeit gegenüber dem Bestand zurück und integriert gleichzeitig die Anbauten der bestehenden Klinik in der Sockelzone. Es entsteht ein Gebäudekomplex mit einer neuen Identität, der dem Anspruch eines zeitgemäßen Gesundheitszentrums gerecht wird. Durch die räumliche Nähe zwischen stationärer und ambulanter Behandlung wird eine Verzahnung erreicht, die viele infrastrukturelle Verbesserungen mit sich bringt.
Über den Eingangsplatz erreichen die Besucher und Patienten das Foyer. Der zentrale Empfang übernimmt die Verteilung der Personenströme in das Klinikum, das Ärztehaus und die zentrale Patientenaufnahme. Eine klar strukturierte Erschließung und grüne Innenhöfe ermöglichen eine leichte Orientierung im Haus und eine Trennung der Besucher– und Patientenbereiche. Die sorgfältige Zuordnung der Funktionsstellen untereinander unterstützt die klinischen Abläufe und erhöht durch kurze Wege- und Wartezeiten die Patientenzufriedenheit.
Das Ärztehaus wird durch eine mehrgeschossige, lichtdurchflutete Magistrale räumlich über alle Geschosse vernetzt. Café und Verkaufsflächen im Eingangsgeschoss beleben den Bereich und sind sowohl von der Magistrale als auch von außen zugänglich angeordnet. Ebenso über die Magistrale werden Dialysepatienten entlang einem Lichthof in das Gartengeschoss geführt. Die zentrale Aufnahme liegt mit dem separierten Wartebereich unmittelbar beim Empfangsbereich. Der Liegendkrankeneingang mit Notfallversorgung, Aufnahmestation und den Diagnoseeinrichtungen befindet sich im Westen. Durch die einfach erfassbare Grundstruktur mit wenigen, leicht lesbaren Architekturelementen erhält diese Einrichtung der Hochleistungsmedizin ein Erscheinungsbild mit hoher räumlicher und funktionaler Qualität.
Durchblicke und Ausblicke, Tageslicht als Seiten- und Oberlicht und erinnerungsfähige Orte, freundliche Farben (Signaletik) und naturnahe Materialien dienen der Orientierung und geben emotionale Sicherheit trotz der Größe und Komplexität des Gebäudes.
Die Arztpraxen sind in überschaubare Areale mit jeweils eingebundenen Wartezonen gegliedert. Maßstab, Atmosphäre und Materialien der Aufenthaltszonen erinnern an Wohnsituationen.
Durch den winkelförmigen Baukörper bleibt der Zugang zum Park bzw. Grünzug erhalten. Die dem Park zugewandten Nutzungen werten die Parkränder auf und beleben die Freiflächen.




