Umbau Kuhstall zur Werkstatt mit Ausstellung und Büro
Obere Dorfstraße 2
88239 Wangen im Allgäu-Deuchelried
Halbach Architektur, Maike Nowak, Wangen im Allgäu
Nowak Restaurierungen, Dirk Nowak, Wangen im Allgäu
2015
April 2014 – Mai 2015, Außenanlagen Juli 2015
Arbeiten im Ort
Inmitten eines Vorortes von Wangen ließ sich der Wunsch einer individuellen Werkstatt ohne Verbrauch von Landschaft mit Bezug zum Freiraum verwirklichen. Eine modern reduzierte, gleichwohl regional gebundene Ästhetik kennzeichnet dieses Haus in seinem dörflichen Umfeld.
Fährt man nach Deuchelried rein, wirkt der große markante Giebel in der Blickachse der Dorfstraße. Das ruhige wohlproportionierte Gebäude verleiht dem Ort einen prägnanten Mittelpunkt. Mit Erhalt der alten Obstbäumen und der Auffahrtsrampe rückseitig in das Dachgeschoss bleibt das Allgäuer Landschaftsbild bestehen.
Die Bausubstanz des ehemaligen Kuhstalls war gut und man entschied sich für den grundsätzlichen Erhalt des Volumens. Das alte Ziegelmauerwerk, die Fachwerkwände und der steile Dachstuhl sind handwerkliche Konstruktionen aus der Zeit vor der Industrialisierung. Unter der Traufe bleibt der alte Dachstuhl sichtbar. Der straßenseitige Giebel betont den scharfkantigen Umriss mit großem Dachüberstand. Das vorgestellte Wandelement aus rauem Lärchenholz verbindet sich mit dem Dachüberstand und bildet dahinter eine räumliche Fuge. In der Fuge verläuft die Sichtbetontreppe zum Büro.
Der neue Grundriss entsteht mit drei Ebenen in den Außenmaßen des massiv gebauten Kuhstalls. Der Ausstellungsraum wirkt großzügig und hell. Die charaktervolle Wandverkleidung aus Altholz übernimmt die Idee, aus Altem etwas Neues zu gestalten. Der Raum öffnet sich nach oben und bietet einen Ausblick zum Kirchturm. Die Werkstatträume werden von der Traufseite erreicht. Das gläserne Falttor bietet mehrere flexible Einstellungen und wird in der Fassade eingerahmt. Hier betritt man den fünf Meter hohen Werkstattraum für Restaurierungen. Weitere Werkstatträume für spezielle Tätigkeiten liegen ebenfalls auf dieser Ebene. Eine Metall-Altholztreppe führt nach oben zur Nähwerkstatt.
Das Dachgeschoss bietet weiteres Potenzial für eine Vergrößerung der Werkstatt. Die handbehauene Dachkonstruktion ist in ihrer Urtümlichkeit erhalten. Auf den Sparren liegt eine Verschalung mit Aufdachdämmung. Das Satteldach wurde traditionell mit mittelformatigen Doppelmuldenfalzziegeln gedeckt. Die neuen Deckenebenen aus Beton lagern auf einem umlaufenden Ringanker.
In die Bodenplatte ist eine Bauteilaktivierung eingebaut und die Außenwände auf der Galerieebene sind mit Wandheizung unter Putz ausgestattet. Das Gebäude erfüllt mit einer Gasbrennwerttherme die Anforderungen an einen Neubau. Wo die gedämmte Fassade nicht für Ausblicke geöffnet ist, umgibt eine senkrechte, offene Lärchefassade das Gebäude. Die rhythmische Fassadenstruktur wird betont mit hochwertigen Holzfenstern aus Lärche. Für ein gleichmäßiges Raumklima wirkt der Kalkputz feuchteregulierend. Die Werkstattböden sind flügelgeglättet.




