Sanierung, Umbau und Erweiterung Theodor-Heuss-Realschule
Schützenstraße 22
79539 Lörrach
Askari Architekten BDA, Lörrach
Stadt Lörrach,, Lörrach
2011
Projektteam: 0. Askari, P. Borgeaud
Statik: Ingenieurgruppe Floesser,
Beispielhafte Merkmale
- Synthese zwischen Architektur und Ingenieurbaukunst
- Vorbildliches Konzept der Erdbebenertüchtigung
- Architektonische Fortschreibung des "Geist der 60er Jahre"
- Sensibler Umgang mit Umgebung
- Gelungene Umsetzung in nur 13 Monaten (1 Schuljahr)
Projekthintergrund
In 2009 erhielten wir den Auftrag, bei der Theodor-Heuss-Realschule, einem Sichtbetongebäude von 1965, die energetische Sanierung der Gebäudehülle zu planen. Gleichzeitig sollte ein neuer Schuleingang auf der bisher geschlossenen Rückseite des Gebäudes geschaffen werden, um den Anschluss an das dahinter liegende Quartier mit dem Schul-Campus herzustellen. Bereits die ersten Untersuchungen der Gebäudehülle zeigten, dass aufgrund der besonderen Gebäudestruktur eine sinnvolle Sanierung nicht ohne Eingriffe in die Gebäudesubstanz möglich sein würde.
Sanierungsstrategie
Als Erstes entstand der Gedanke, die neue Gebäudehülle auf der Südseite als Energiepuffer zu benutzen. Daraufhin untersuchten wir, ob die fehlende horizontale Erschließung der oberen Geschosse mit dem Konzept der neuen Gebäudehülle in Form eines Glasgangs auf der Südseite verwirklichen ließe. Die anschließende statische Untersuchung ergab, dass es auch einen dringenden Bedarf an statischer Ertüchtigung bezüglich der Erdbebensicherheit gab. Als Kernelement des Projekts wurde deshalb das Konzept einer aussteifenden "Passerelle" aus Stahl entwickelt, das gleichzeitig die fehlende horizontale Erschließung mit Energiespeicher Funktion einer neuen kommunikativen Fassade zum Campus darstellte. Es musste also ein Fassadenkonzept entwickelt werden das die charakteristischen Fensterbänder und Treppentürme mit der neuen Stahlkonstruktion und dem Campus-Eingang harmonisch vereinbaren ließ.
Die einzelnen Maßnahmen
- Betonsanierung
- Fassadensanierung mit WDVS
- Dachsanierung
- Erdbebenertüchtigung
- Neue Campusanbindung (2ter Eingang)
- Behindertengerechte Erschließung
- Neuer Brandschutz
- Neue Elektro-, EDV, ELA, BMA, RWA, Blitzschutz
- Neue Entwässerung, Kanalisation
- Neues Heizleitungsnetz
- Neues Sanitärleitungsnetz
- Neue WC Einrichtung
- Teilerneuerung der Außenanlagen n
Die wichtigsten Kenndaten
- Baujahr: 1965
- Brutto Rauminhalt: 24.800 m³
- Brutto Geschossfläche: 7.8200 m²
- Fassadenfläche: 4.1000 m²
- Sanierungskosten: € 8,10 Mio
- Bauzeit: 13 Monate
Behindertengerechte Erschließung
Dank der neuen horizontalen Erschließung konnte aus Sicht des Brandschutzes auf ein Treppenhaus verzichtet werden. Darin wurde später der Aufzug eingebaut, mit dem alle Geschosse der Schule behindertengerecht erschlossen werden können.
Energiepuffer
Die Passerelle speichert Wärme und gibt sie weiter an die Masse der Betonwände der Klassenräume. Im Sommer wird Frischluft über die Treppenhäuser im Norden angesaugt und im Süden über die RWA Anlage der Passerelle abgeführt, auch als aktive Nachtkühlung.
Erdbebenertüchtigung
Der Raumfachträger der Passerelle bündelt die Horizontalkräfte im Erdbebenfall und leitet diese konzentriert in die tieferen tragfähigen Erdschichten bis zu 17 m unter der Bodenplatte durch Bohrpfähle.
Synthese von Architektur & Technik
Der massive statische Eingriff ist selbst Thema der Fassadengestaltung. Der aussteifende zweigeschossige Fachwerkträger wird wie in einem riesigen Schaufenster nach Süden hin "ausgestellt". Die Kraftableitung aus dem horizontalen Träger in die Erde wird bis nach außen hin sichtbar gemacht.




