Kindergarten Friedrich-Ebert-Straße
Millerstraße 7
74076 Heilbronn
Bernd Zimmermann, Heilbronn
Stadt Heilbronn, Hochbauamt
1999
Mitarbeit: Ulrich Drössler
Hersteller: Merk Holzbau GmbH + Co, Aichach
das projekt geht auf einen direktauftrag der stadt heilbronn zurück. der dreigruppige kindergarten in der nördlichen vorstadt von heilbronn wurde als ersatz für ein container-provisorium geplant mit der vorgabe einer kostenobergrenze von 2 mio. dm und dem von der stadt vorgegebenen raumprogramm.
das baugrundstück liegt an einem unbebauten grünen gürtel. dieser grünzug wird für eine umgehungsstraße freigehalten. zur zeit befinden sich dort schrebergärten. im süden und osten schließt geschosswohnungsbau an, im norden das provisorium.
die lage auf dem grundstück wurde so gewählt, dass städtebauliche kanten aufgenommen werden, die erschließung über die schwach frequentierte millerstraße erfolgt und im süden eine großzügige freispielfläche verbleibt.
das gebäude wurde aus ökonomischen und gestalterischen gründen zweigeschossig geplant. zum einen ergeben sich dadurch kleinere dach- und gründungsflächen, zum anderen kann sich das haus gegenüber der umgebenden bebauung besser behaupten.
innenräumlich bietet die zweigeschossigkeit die möglichkeit, mit unterschiedlichen raumhöhen und proportionen zu spielen. es ergeben sich durchblicke und verbindungen, die in einem eingeschossigen gebäude nicht möglich wären.
der kindergarten setzt sich aus zwei baukörpern, einem massiv- und einem holzbau, zusammen. getrennt werden beide über eine glasfuge in der sich die erschließung befindet. der holzbau beinhaltet im erdgeschoss die 3 gruppenräume und im obergeschoss intensiv-, personal- und werkraum. die übereinanderliegenden räume werden durch eingestellte spielhäuser, die nur für die kinder zugänglich sind, vertikal direkt miteinander verbunden. auf der südseite ist der holzkörper eingeschnitten, so dass jeder gruppe ein dreiseitig umschlossener außenraum zugeordnet ist. nachträglich wurde ein geschossweise verschiebbarer sonnenschutz aus holzlamellen vor der südfassade sowie horizontale sonnensegel über den eingeschnittenen terrassen angebracht. werden die holzlamellen vor die terrassen geschoben, entsteht ein in sich geschlossener außenraum, ein zimmer im freien.
der massivbau beinhaltet im erdgeschoss küche, sanitärräume und büro. im obergeschoss befindet sich der mehrzweckraum. im gegensatz zu den großen fassadenöffnungen im holzbau, die den außen- mit dem innenraum verschmelzen lassen, wurden hier akzentuierte, auf kindgerechter höhe angeordnete fenster eingesetzt, die sich in der küche und im mehrzweckraum als kastenelemente aus der fassade herausschieben. im mehrzweckraum dient dieses fensterband gleichzeitig als sitznische.
das raumprogramm der stadt sah einen konventionellen aufbau des kindergartens vor, was identische gruppen- und intensivräume bedeutet. diesem prinzip folgend wurde der holzbau in einem dreidimensionalen raster mit vorgefertigten dickschichtholz wand- und deckenelementen aus unbehandeltem fichteleimholz, innen teilweise in sichtqualität, ausgeführt.
bei dem einfachen additiven system handelt es sich um eine sehr kostengünstige konstruktion. durch die geradlinige reihung wird der konventionelle aufbau auch nach außen ablesbar.
entgegen der ursprünglichen anforderung wird zur zeit in den üblichen offenen gruppen gearbeitet. die nutzungsneutralen und hellen räume bieten den vorteil, dass sie, je nach pädagogischem konzept der erzieherinnen, auch umgewidmet werden können und damit offen für neue entwicklungen sind.
um möglichst homogene räume zu schaffen, wurde für den bodenbelag ebenfalls holz gewählt. die außenschalung, aus unbehandelten lärchebrettern, wurde im horizontalen/vertikalen wechsel ausgeführt, was den nahezu würfelförmigen aufbau von außen noch betont. die nebenraumspange wurde als konventioneller massivbau errichtet und trägt als wärmespeicher zum ausgeglichenen raumklima bei.
die farbgebung im gesamten gebäude nimmt sich stark zurück, um einer ‘reizüberflutung’ nach inbetriebnahme entgegenzuwirken - die kreativität der kinder und erzieherinnen kann sich ohne modische vorgaben entfalten. einzige ausnahme stellen die rotlasierten ‘abstellraum-kisten’ dar, die die eingänge zu den gruppenräumen klar definieren. um dem leichten, in einzelne elemente gegliederten holzbau einen schweren, monolithischen körper gegenüberzustellen, wurde der massivbau außen verputzt und in einem dunklen grau gestrichen. im flurbereich wird dieser graue, ruhige hintergrund als ablenkungsfreie ausstellungsfläche genutzt.
die innenausstattung, wie möbel und spielzeug, musste aus kostengründen aus dem provisorium übernommen werden und wurde nur in teilen ergänzt.
die reduzierung der überbauten fläche ermöglicht einen großzügigen freibereich, der ein umspielen des gesamten gebäudes zulässt. während der südliche grundstücksteil mit terrassenfläche, spielgeräten und -landschaften für eine aktive nutzung ausgelegt ist, wurde der nördliche bereich eher als ruhige, lediglich mit einem klangstein möblierte zone ausgebildet, als rückzugsmöglichkeit für kleingruppen




