Hieber AG - Betriebserweiterung und energetische Sanierung des Betriebsgebäudes
Talstraße 25
97990 Weikersheim
architekturbüro KLÄRLE, Rolf Klärle Freier Architekt BDA, Bad Mergentheim
Detlef Hieber, Weikersheim
2014
Durch die Erweiterung der Firma Hieber wird der Standort der Firma im ländlichen Weikersheim gestärkt. Sie wurde über das „Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum“ (ELR) gefördert. Das Gebäude ist auf das offene Vorbachtal ausgerichtet und markiert den östlichen Stadteingang von Weikersheim.
Die Arbeiten an und im Gebäude wurden ausschließlich von Firmen der nahen ländlichen Umgebung ausgeführt. Der schwierige Baugrund machte eine leichte Konstruktion notwendig. Eine Holzkonstruktion war daher alternativlos. Das bestehende Gebäude wurde mit einer Holzkonstruktion aufgestockt und ebenfalls mit einer Holzkonstruktion um einen Anbau erweitert. Das äußere Erscheinungsbild sollte aber dennoch das eines modernen verputzten Hauses sein.
Die komplette Konstruktion des Bauwerkes (Außen-, Innenwände, Decken und Dächer, Aussteifungen) wurden ab der EG-Bodenplatte mit einer Holzständerkonstruktion aus Konstruktions-Vollholz hergestellt. Der Um- und Anbau musste schnell und bei laufendem Betrieb der Firma Hieber durchgeführt werden. Die Holzkonstruktion der Wand und Deckenelemente konnten vorgefertigt und schnell vor Ort montiert werden. Als Dämmmaterial wurde ausschließlich Cellulose für alle Außenwände (auch des Bestandsgebäudes), Decken/Dächer und alle tragenden Innenwände verwendet. Türen, Böden und ein Großteil der Büro- und Ausstellungseinrichtung wurde in Holz hergestellt. Anstriche sind dampfdiffusionsoffen und auf Silikatbasis ausgeführt. Auch die Putzträgerplatten der Fassade sind aus Holzwerkstoffen hergestellt. Unter der 1,5 cm dünnen Putzschicht ist ein fast kompletter Holzbau verborgen.
Energetisch ist das Gebäude nahezu autark. Der Primärenergiebedarf ist minimiert: Dämmstärken bis zu 45 cm (Dach), Dreifachverglasung, Lüftungsanlage und Wärmepumpe. 200 m² Photovoltaik-Flächen unsichtbar auf dem Dach platziert decken mehr als den eigenen Strombedarf. Eine CO²-Bilanzierung wurde zwar nicht durchgeführt, dürfte aber unter fast ausschließlicher Verwendung von Holz und Holzwerkstoffen, der optimalen Dämmung und Anlagentechnik sowie der Einbeziehung des Bestandsgebäudes („graue Energie“) sehr günstig sein.




