Fünf energieeffiziente Punkthäuser - ökologisch und intelligent zu bezahlbaren Mieten
Caerphillystraße 2-8/Am Sonnenberg 14
71638 Ludwigsburg
ARP Architektenpartnerschaft GbR, Architekt Matthias Igel, Stuttgart
Wohnungsbau Ludwigsburg GmbH
2019
Ideenkonzept
Ein besonderes Wohnbauprojekt, das ökologisch und technisch Vorbildcharakter hat und bezahlbare Mietwohnungen bietet. 60 Wohnungen sind in den 5 Punkthäusern entstanden. Davon werden 10 mit öffentlicher Förderung und 32 nach dem WBL-eigenen "Fair Wohnen"-Modell vermietet. Der Verkaufserlös der 18 Eigentumswohnungen wird in bezahlbaren Mietwohnraum reinvestiert.
Ökologisch haben die im KfW-Standard 55 erstellten Gebäude, die nach Fertigstellung das NaWoh-Qualitätssiegel tragen sollen, viel zu bieten: Gebaut wird mit ECO-Institut-zertifizierten Wärmedämmziegeln, die ein sehr gutes Raumklima versprechen. Den Dämmschutz übernimmt eine emissionsarme, mit dem Blauen Engel ausgezeichnete Perlite-Schüttung.
Städtebauliche und freiraumliche Konzeption
Die fünf energieeffizienten Punkthäuser nehmen die vorgegebene städtebauliche "Körnung" des B-Plans auf und ergänzen den bestehenden Stadtteil Ludwigsburg Sonnenberg im Südwesten. Maßgeblich für die Gebäudeausformulierung war die Lage vor einer zweigeschossigen Einfamilienhaus-Zeile. Um die Fassadenflächen für diese zu reduzieren, wurde mit der punktförmigen, zum Teil verschobenen, baukörperlichen Ausformulierung reagiert. So entstehen Blickverbindungen zwischen der Bebauung im Norden und den im Süden gelegenen Freiräumen und es wird eine lebendige Nachbarschaft geschaffen.
Die Höhenlage der Gebäude folgt dem Straßenverlauf. Der vorhandene Geländesprung wird überbrückt und bietet den erdgeschossigen Wohnungen zur Straße erhöht liegende private Freibereiche.
Die barrierefreie Durchwegung auf der Nordseite bildet mit Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten das Rückgrat des Quartiers. Mit separaten Zugängen von Süden und Plätzen an den Hauseingängen entstehen überschaubare, unabhängig erschlossene Nachbarschaften. Die lebendige Dachstruktur mit asymmetrischen, zurückspringenden Schrägdächern setzt Akzente und betont so, von weitem sichtbar, die Stadtrandlage zu den Grünflachen.
Architektur und Gestaltung
Die Gebäudeversätze der Mietwohnungsbauten tragen zur Gliederung der Baukörper und Fassaden bei. Die hellen Putz-Flächen werden mit farbig strukturierten Bereichen in Sockel- und Dachgeschosszone unterteilt. Durch eine unterschiedliche Ausformulierung der Balkon- und Eingangselemente (gestanztes Blech bzw. Streckmetall) werden die Gebäude als individuelle Häuser ablesbar. Die pragnante Farbgebung der Fenster und Metallelemente schafft eine Identitatsbildung mit hohem Wiedererkennungswert.
Die Eingänge der Gebäude werden durch die vorgelagerten Platzbereiche zu nachbarschaftlichen Treffpunkten aufgewertet, die als Aufenthaltsbereich für alle Altersgruppen zum Verweilen einladen. Ein blühender Hofbaum und Sitzgelegenheiten schaffen eine wohnliche Atmosphäre. Die, an die barrierefreie Durchwegung angrenzenden, Spielbereiche sind von den Plätzen einsehbar und bespielen den nordlichen Geländesprung. Private PKW- und Fahrrad-Stellplätze werden in zwei unabhängig voneinander erschlossenen, erdüberdeckten und begrünten Tiefgaragen untergebracht.
Funktionalität
Die Zwei- bis Sechs-Zimmer-Wohnungen orientieren sich mit den Wohnbereichen und vorgelagerten Terrassen zu den grünen Zwischenräumen nach Westen sowie nach Süden. Küchen sind so konzipiert, dass sie sowohl als geschlossene, als auch als offene Küchen funktionieren. Mit Schaltzimmern und sogenannten Duplex-Wohnungen wird im Eigentum eine hohe Flexibilität in der Vermarktung ermoglicht. Bei Duplex-Wohnungen können zwei Wohneinheiten zusammengeschaltet werden - so besteht die Möglichkeit, auf die jeweilige Lebens- und Familiensituation der Bewohner flexibel zu reagieren. Alle Wohnungen sowie die Tiefgarage und Nebenräume sind barrierefrei erreichbar.
Ökologie, Nachhaltigkeit
Das Projekt bewirbt sich um das NaWoh-Qualitätssiegel des Vereins zur Förderung der Nachhaltigkeit im Wohnungsbau. Der gesamte Planungs- und Bauprozess berücksichtigte die Kriterien und wurde von einem Auditor begleitet. Der Rohbau besteht aus recyclingfähigen und ressourcenschonenden Baustoffen. Die monolithische Außenwandkonstruktion aus Perlite gefüllten Wärmedämmziegeln verzichtet so weit wie möglich auf polystyrolhaltige Dämmmaterialien.
Energiekonzept
- KfW Energieeffizienzhaus 55.
- Vollflächige PV-Modulbelegung der Dächer für maximale solare Ausnutzung.
- Wärmeversorgung über Fernwärmeanschluss der Stadtwerke Ludwigsburg.
- Kompakte Bauweise mit niedrigem A/V-Verhältnis. Primärenergiebedarf 41,65 kWh/(m²a)
Behaglichkeit
- Eine Smart-Home-Steuerung mit effizienter Steuerung der Heizungs- und Lüftungssysteme sorgt fur ein gesundes und komfortables Raumklima bei geringem Energieverbrauch.
- Dezentrale Abluftanlagen mit Nachströmung fur alle Wohnungen.
- Fußbodenheizung mit Einzelraumregelung.
- Die Anforderungen der EnEV2016 an den sommerlichen Wärmeschutz werden eingehalten.
- 3-fach-Verglasung und Rollläden an allen Fenstern. Erhöhter Schallschutz nach DIN 4109, Beiblatt 2




