Einsegnungshalle Waldkirch: Ergänzungsanbau und Sanierung
Rosenweg 12
79183 Waldkirch
Große Kreisstadt Waldkirch, vertreten durch Dezernat IV - Planen, Bauen und Umwelt, Abteilung Hochbau, Leiter Manfred Wikelski, Architekt
Große Kreisstadt Waldkirch, vertreten durch Oberbürgermeister Roman Götzmann
2018
Mitarbeit: Christian Weber, Magdalena Sattler
Planung technische Gebäudeausstattung: Ing.-Büro B. Rieger, Bad Krozingen
Tragwerksplanung: Ing.-Büro Müller und Klein, Freiburg
Bauausführung: Oktober 2016 bis Januar 2018
Bruttorauminhalt: 1.679 m³
Bruttogeschossfläche: 327 m²
Gesamtkosten (Kostengruppen 200–700): 1.030.000,- €/brutto
Das Gebäude von 1955 auf dem Friedhof Waldkirch war nach langer Nutzungsphase renovierungsbedürftig. Die Trauerhalle war schlecht beleuchtet, die Beheizung ungenügend, die Gesamttechnik nicht mehr zeitgemäß und die Kupferblechdachabdeckung erneuerungsbedürftig. Der Kühlraum war zu klein und es gab nur einen Abschiedsraum, sodass die Nutzungsanforderungen die Gebäudekapazität häufig überstiegen. Es gab keinen barrierefreien Zugang zum Abschiedsraum.
Der neue Ergänzungsanbau folgt der nach Norden sich verjüngenden Gesamtdachform und gleicht sich durch seine Fassade aus hellem Klinkerstein an den Kalksteinquaderbestand an. Das neue Gebäude umfasst bei Fertigstellung 4 Kühl- und Abschiedsräume, die 24 Stunden zugänglich sind, einen von außen zugänglichen Tiefkühlraum, einen Waschraum, der auch für muslimische Bestattungen genutzt werden kann, einen Raum für die Geistlichen, eine neue, barrierefreie WC-Anlage auf der Friedhofseite sowie Lager- und Technikräume. Ein nördlich orientiertes Lamellenfensteroberlicht bedient den introvertierten Flurbereich mit natürlichem Lichteinfall.
In der Baukonstruktion musste das System von vier unabhängigen Kühlräumen mit Mehrschichtigkeit in der Mauerwerkserstellung und mit einer Innendämmung gelöst werden. Eine durchgehende Deckenverglasung versucht mit LED-Beleuchtung eine tageslichtähnliche Beleuchtung über der Sargfläche - trotz Kühlraumsituation - zu erzeugen.
Die angewendete Architektursprache ist selbstredend – ein wichtiges Ziel war ein Verschmelzen von Alt und Neu. Dieser Aspekt der Entwurfsaufgabe lag in der Erhaltung und sogar in der Hervorhebung der 1955 gefundenen Architekturlösung für die Einsegnungshalle Waldkirch. Bei dem gemeinsamen Dach über Alt- und Neubau kann die saubere Weiterführung von alten und neuen Sparrenköpfen ganz gut verfolgt werden, bzw. kaum eine Zäsur entdeckt werden.




