B7 Studentisches Wohnen
Bahnhofstraße7/1-3
78120 Furtwangen
Kuner Architekten, Gregor Kuner, Furtwangen
Gregor Kuner, Furtwangen, Familie Haas, Berlin
2011
Miteinander statt nebeneinander: Die 2011 fertiggestellten Studentenwohnheime nahe der Hochschule Furtwangen bieten ihren Bewohnern nicht nur viel Platz im eigenen Zimmer. Das Konzept sieht vor allem großzügige Gemeinschaftsräume und Außenanlagen vor, um der Anonymität studentischer Wohnanlagen entgegenzuwirken.
Immer vier Studierende bilden eine selbstständige Wohngruppe, deren Herzstück der gemeinsame Koch-Wohn-Ess- und Lernbereich ist. Dazu wurden auf jedem Stockwerk vier Raummodule rotationsförmig auf dem quadratischen Grundriss angeordnet und die Zwischenfugen für Bad, Küche und das gemeinsame Wohnen genutzt. So entstand in unmittelbarer Nachbarschaft zur Hochschule Furtwangen, im innerstädtischen Sanierungsgebiet, ein Quartier für studentisches Wohnen. Durch die Umnutzung einer Industriebrache zu Wohnzwecken wurde gleichzeitig eine Revitalisierung und Wiederbelebung des innerstädtischen Raumes vollzogen. Entsprechend den Anforderungen modernen studentischen Lebens wurde das Konzept für selbstständige Wohngruppen mit je 4 Studentenzimmern pro Gruppe gewählt. Jedes Gebäude beherbergt somit 12 Studenten. Sie sind für ihre Gruppe und ihr Gebäude verantwortlich. Das Konzept der Wohngruppen wird als identifikationsstiftende Maßnahme gesehen, mit dem Ziel das Verständnis für gemeinsames Studieren, gemeinsames Wohnen, Wohnumfeld, Nachbarschaft und den Ort zu fördern. Insgesamt wurden drei Gebäude für studentisches Wohnen für 9 Wohngruppen à 4 Zimmer realisiert.
Konstruktionsweise/Materialität
Dem architektonischen Grundsatz folgend, dass neben der Form die Materialität die Qualität eines Gebäudes bestimmt, wurde der regionale Baustoff Holz als dominierendes Material gewählt. Alle drei Gebäude sind in gleicher Bauweise, mit gleichen Abmessungen und Standards erstellt. Als Orientierungshilfe sind die gemeinschaftlich genutzten Räume der einzelnen Häuser farblich unterschiedlich gestaltet. Die Fassadenbeplankung wurde mit unbehandelten heimischen Lärchenholzschindeln ausgeführt. Im Interesse einer gehobenen Nachhaltigkeit verfügen die Gebäude über eine einheitliche, klare Struktur auf der Basis sich wiederholender, vorgefertigter Raummodule. Insgesamt wurden 36 Raumzellen in der Werkhalle des Zimmereibetriebs vorgefertigt und vor Ort auf der Baustelle zusammengesetzt. Die Montagezeit für den Rohbau konnte so auf lediglich einen Tag reduziert werden. Aktuelle, computergestützte Fertigungstechniken sowie hochwertige Materialien sorgen, im Verbund mit einem hohen Grad an Vorfertigung, für einen niedrigen Energiebedarf und einen langfristig kostengünstigen Betrieb.




