Außenanlagen Erweiterung Landratsamt
Hindenburgstraße 30/1
71638 Ludwigsburg
bbz landschaftsarchitekten, Berlin; Projektleitung: Ellen Kallert | Kubeneck Architekten, Berlin | Bauüberwachung: GSH Göppel Strittmatter Halling Architekten, Ludwigsburg
Landkreis Ludwigsburg, vertreten durch Landrat Dr. Rainer Haas
2018
Mitarbeit Projektbearbeitung: Vinzenz Gurtner, bbz landschaftsarchitektur
Projektsteuerung: Wüstenrot Haus- und Städtebau
Wettbewerb 1. Preis 2003
Bauzeit: 1/2017-7/2018
Fläche: 4.000 m²
Kosten: 700.000 Euro brutto (KG 500)
Städtebau
Der Erweiterungsbau ist als ein modernes Bürogebäude in das prägnante, teilweise denkmalgeschützte Quartier der Ludwigsburger Oststadt eingefügt. Das neue Gebäude orientiert sich am orthogonalen Grundriss der barocken Stadt und greift weitere Aspekte seiner Umgebung auf.
Die hohe Mauer, die nahezu das gesamte Grundstück umfasst, wird als ortstypisches Element erhalten und vervollständigt. Sie bildet einen geschlossenen Garten, in dem das extrem komprimierte Gebäudevolumen als Solitär platziert wurde. Die Umgrenzung schafft nach außen eine klare Definition des Straßenraumes, während nach innen ein geschlossener Garten als grünes Foyer des neuen Gebäudes entsteht. Im Straßenraum bleiben Haupteingang und Volumen des alten Kreishauses dominant. Innerhalb der klaren Begrenzung gewinnt das neue Gebäude als Solitär um so mehr Kraft und unterstreicht dies durch die schlichte Einheitlichkeit und Strenge der Hülle.
Gebäudeumfeld
Die entwurfsbestimmende Grundidee bildet die Integration des Gebäudeensembles in das orthogonale Städtebaumuster. Als prägendes Element umgeben die bestehenden Einfassungsmauern das Gebäudeumfeld. Entlang der Eugenstraße, an der der Haupteingang situiert ist, wird die Mauer zu einzelnen Mauerscheiben fragmentiert. Unter Beibehaltung der Grundidee, der Fassung des gesamten Ensembles, entsteht eine einladende Eingangssituation. Die straßenseitige Vorzone des Neubaus wird durch eine großzügige Eingangsrampe akzentuiert. Innerhalb der Einfassungsmauer sind die beiden Gebäude in eine vielfältige Wiesen- und Rasenlandschaft eingebettet, die durch eine sanfte Topografie gekennzeichnet ist. Mit dem Gelände verlaufende Betonstreifen strukturieren die Grünflächen, die mit differenzierten Rasenarten und blühenden Wiesen akzentuiert werden. Hierbei wurde ein besonderes Augenmerk auf die Förderung der Artenvielfalt durch extensive Wiesenbewirtschaftung gelegt.
Integriert in den weitläufigen Außenraum findet sich das Kunstwerk "Die Kuh" von Fritz Mehlis, das mit dem Umzug in die neuen Räumlichkeiten ihren neuen angemessenen Standort gefunden hat. Obstbäume lockern das sonst strenge Gestaltungsmuster auf und erzeugen räumliche Tiefe. Innerhalb des Karrees bildet im Süden das im Bestand umgebaute Gebäude an der Friedrichsstraße den Abschluss. Dem Gebäude vorgelagert ist ein Parkplatz aus Asphalt. Ein Parkbaum (Sophora japonica) schliesst den Parkplatz im Westen räumlich ab, ein schmaler Fußweg stellt die Verbindung mit dem bestehenden Wegesystem her.
Innenhof
Eine strukturell und farblich abwechslungsreiche, aber dennoch pflegeleichte Bepflanzung des Innenhofs bildet den Blickfang im Lichthof und bringt einen erholsamen grünen Aspekt mitten ins Gebäude. Schirmförmige, lichte Felsenbirnen als Hauptelement schweben über einer flächigen Unterpflanzung aus Stauden, immergrünen Bodendeckern, Farnen und Gräsern.




