Au-Stadion Balingen
Tübinger Straße 71
72336 Balingen
ZOLL Architekten Stadtplaner, Peter Zoll † Freier Architekt BDA, Stuttgart; Projektleitung: Marion Kling, Thomas Huber
Stadt Balingen, Baudezernat
2014
Mitarbeit: M. Binder, J. Maibach-Zoll, R. Neulinger
Zeitraum: Dezember 2009 bis Oktober 2014
Fläche (NGF): 1.600 m²
Kubatur (BRI): 9.728 m³
Fachplaner:
Tragwerk: Fischer + Friedrich, Waiblingen
Bauphysik: ebök Planung und Entwicklung GmbH, Tübingen
Gebäudetechnik HLS: ebök Planung und Entwicklung GmbH, Tübingen
Gebäudetechnik ELT: Raible + Partner, Ehingen
Brandschutz: Dorroch, Kirchheim am Neckar
Bauüberwachung: 4a Baumanagement GmbH, Stuttgart
Idee und Konzeption
Die Neuordnung des gesamten Geländes und der Sportanlage bot die Chance, Sportarten und deren Nutzungsflächen optimal und attraktiv für das jeweilige Publikum anzuordnen und zu verknüpfen. Die Lage des neuen Tribünengebäudes ist aus der Anordnung des bestehenden Kunstrasenfeldes, der Leichtathletikanlage mit Rasenspielfeld und den Sprunganlagen abgeleitet.
Das Tribünenbauwerk erhebt sich mit seiner eigenständigen, klaren Form und Materialität über die Sportanlagen und bildet den markanten Mittelpunkt bei Sportveranstaltungen. Durch die Aufständerung der Tribüne ergibt sich eine optimale Zuschauerposition (602 Sitzplätze), die den relativ großen Abstand zum Rasenspielfeld kompensiert. Die steile Tribünengeometrie eignet sich bei Bedarf auch für Leichtathletikveranstaltungen. Insbesondere für die Sprunganlagen wurden ebenerdig weitere überdachte Zuschauerplätze geschaffen. Die Tribüne teilt sich auf in den Sitzbereich für Zuschauer und einen Mehrzweckraum für Veranstaltungen der Vereine. Die Zuschauertribüne ist mit übersichtlichen Zugängen ausgestattet. Öffnungen in der Tribünenfassade ermöglichen Blicke auf die gesamte Sportanlage.
Das Funktionsgebäude ist in drei einzelne Baukörper aufgeteilt. Dadurch wurden an wichtigen Stellen ebenerdig attraktive Freibereiche geschaffen, an denen sich Zuschauer und Sportler aufhalten können. Durch die Aufständerung der Tribüne und die Aufteilung der Funktionsgebäude wurden für Sportler und Zuschauer Bezüge und eine gewisse Transparenz zwischen den Sport- und Aufenthaltsbereichen hergestellt. Dadurch verknüpfen sich die unterschiedlichen Erlebnisbereiche miteinander und es entstehen vielfache Nutzungsmöglichkeiten unter der Tribüne.
Die einzelnen, eingeschossigen Baukörper des Funktionsgebäudes schieben sich leicht unter die Längsseite der Tribüne und strukturieren die ebenerdigen Nutzungen. In Verbindung mit der Aufständerung der Tribüne entstehen dadurch auf Spielfeldniveau an wichtigen Stellen attraktive Aufenthaltsbereiche und vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für Zuschauer und Sportler. Die Erschließung der Funktionsgebäude erfolgt getrennt, entsprechend der jeweiligen Nutzungseinheiten. Dadurch entsteht eine Ordnung der Funktionsabläufe und eine Störung unterschiedlicher Nutzungen wird vermieden.
Materialkonzept
Es kommen grundsätzlich einfache, dauerhafte und robuste Materialien zum Einsatz. Dies gewährleistet eine hohe Wirtschaftlichkeit bei den Investitionskosten und beim Bauunterhalt.
Die Zuschauertribüne ist als aufgeständerte Stahlrahmenkonstruktion konzipiert, welche eine komplette Holzbekleidung aus Lärchenholz an der Innen-, der Dachunter- und der Tribünenunterseite erhielt. Der Tribünenboden und die Treppen werden aus Stahlbetonfertigteilen hergestellt. Die Tribüne ist mit Einzelsitzen ausgestattet. Das Tribünendach erhielt eine Metall-Sandwich-Panel-Dacheindeckung. Die Wandscheiben, auf denen das Tribünentragwerk aufliegt, wurden in Stahlbeton erstellt.
Die Fassade des Mehrzweckraums auf der Zuschauertribüne wird zum Spielfeld großzügig verglast. Boden-, Wand- und Deckenbekleidungen werden aus Holz beziehungsweise Holzwerkstoffen hergestellt.
Die Funktionsgebäude sind konventionell in Stahlbetonbauweise hergestellt, die Fassaden mit Stahlbetonfertigteilen als Sandwich-Elemente ausgeführt. Die Flachdächer sind extensiv begrünt. Die Innenräume wurden mit einfachen, robusten Materialien beziehungsweise Oberflächen hergestellt (Wände: Beton, Boden: Estrich beschichtet bzw. Fliesen, Decken: Beton).
Außenanlagen
Die Tribünenanlage erhielt neue Außenanlagen im direkten Umfeld der Baumaßnahme. Es wurden nur die durch Baumaßnahmen an der Tribünenanlage betroffenen Bereiche der Außenanlagen neu gestaltet. Befahrbare, befestigte Flächen erhielten einen Asphaltbelag. In nicht befahrbaren Teilbereichen unter der Tribünenanlage wurde ein einfaches Betonpflaster verlegt. Darüber hinaus wurden unter der Tribünenanlage Stehstufen als Betonfertigteile realisiert. Die Außenanlagen wurden an den Schnittstellen an die bestehenden Beläge angeschlossen. In Teilbereichen wurden nur Interimsbeläge ausgeführt, bis eine Neugestaltung des gesamten Sportareals erfolgt. Nicht befestigte Flächen sind als Rasenflächen geplant.




