Architekt/in: Michael Waizenegger (Dipl. Ing. FH Architekt / FL für Kunst und Technik)
Lehrer/in: Michael Waizenegger (Dipl. Ing. FH Architekt / FL für Kunst und Technik) und Rainer Fritz (RL für Deutsch und Bildende Kunst)
Schule und Klasse: otl-aicher-realschule/ Leutkirch im Allgäu Realschule in einer Großen Kreisstadt im Württembergischen Allgäu. Das Schulprofil (insbesondere die Fachschaft Kunst) sieht den Einbezug der Person Otl Aicher mit seinen Vorstellungen, Werten und Ansichten in den Schulalltag vor. Klassenstufe 9 10 Schülerinnen/ 9 Schüler (Wahlprofil Bildende Kunst)
Projektbeschreibung: Überprüfung und Verbesserung der Qualität der öffentlichen Stadträume.
Zeitlicher Umfang: 10 Doppelstunden in Gruppenarbeit mit verschiedenen Arbeitsaufträgen Einführung, Exkursion, Theorieteil, Modellbau, Zeichnung, Dokumentation
Ziele:
Ziele der Unterrichtseinheit im Themenbereich Raum, Aktion, Interaktion "Die Schüler/innen können gezielt miteinander agieren und miteinander kommunizieren, sich Räume aneignen und sich mit realen und virtuellen Räumen gestalterisch auseinandersetzen."
Ziele der Unterrichtseinheit im Arbeitsbereich Körper - Plastik - Raum "Die Schüler/innen können die dreidimensional erlebte Natur und Dingwelt beim plastischen Arbeiten unmittelbar in eigene Gestaltungsideen umsetzen und Vollplastiken und Reliefs sowie Raummodelle erstellen, bearbeiten, analysieren und beurteilen."
Ziele der Unterrichtseinheit im Arbeitsbereich Grafik: "Die Schüler/innen können ihre bildnerischen Vorstellungen mithilfe von Zeichnungen rasch und spontan umsetzen verschiedene raumschaffende, perspektivische und körperhafte Darstellungsweisen erkennen."
Quelle: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden - Württemberg: Bildungsplan 2004. Realschule. Reclam
Ziele der vorliegenden Unterrichtsstunde – "Stadträume": Das Stundenziel besteht darin, den Schüler/innen die Qualität guter Stadträume an Beispielen zu vermitteln und ggf. Stadtraumsituationen kritisch zu hinterfragen und Vorschläge zu unterbreiten diese zu verändern. Der Unterricht vollzieht sich wie beim Bildungsplan gefordert in den Schritten Wahrnehmen – Gestalten – Reflektieren.
Aufgabenstellung: Besprechung verschiedener Raumsituationen (öffentlich – privat) und Sensibilisierung hinsichtlich der Qualität öffentlicher Räume.
Untersuchung verschiedener Stadträume oder Platzsituationen bei einer Exkursion am Wohnort mit Stadtplaner, Architekt oder Baubürgermeister bzw. Exkursion in einer benachbarten Stadt mit verschiedenen Stadtraumsituationen. Die angefertigten Fotos werden für die weitere Vorgehensweise benötigt.
Ergebnisse zur Aufgabenstellung am Beispiel Leutkirch im Allgäu
Der Zutritt in die ehemals freie Reichsstadt Leutkirch ist nur durch eines der vier Stadttore möglich. Diese Tore mit der Stadtmauer sind aber nur teilweise erhalten. Wir untersuchten die Marktstraße in der Innenstadt hinsichtlich der ehemaligen Stadttore und erkannten, wie wichtig die Begrenzung eines öffentlichen Raumes ist, um öffentliche Räume abzuschließen.
Andere Themenbeispiele:
Baulücken, Platzsituationen, Zonierung der Innenstadt,…
Die Fotos werden ausgedruckt und am Kopierer vergrößert. Mit der Skizzenrolle werden Entwürfe zu den möglichen Themen angefertigt und am Raummodell überprüft.
Erstellen einer Dokumentation und grafische Umsetzung. (Skizzieren der Ansichten )
Präsentation vor der Klasse bzw. mit weiteren am Projekt beteiligten Personen.
Material und Werkzeug: Graupappe, Modellbaumaterial, Bleistift, Fineliner, Zeichenkarton, Digitalkamera, Plakate
Einstieg/Transfer: Sensibilisierung für öffentliche Raumsituationen anhand Bildmaterial z.B. Merian Stadtansichten, Piazza del Campo Siena, Piazza Navona Rom)
Exkursion in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung oder Architekten;
Hinweise/Feedback: Die Schüler können aktiv Ideen für ihre Stadt einbringen und sich mit der Stadt identifizieren. Durch geführte Exkursionen können Stadträume aktiv und mit allen Sinnen wahrgenommen werden.
Meiner Erfahrung nach beteiligen sich Stadtverwaltungen gerne an unterrichtlichen Veranstaltungen (Präsentationen, Vorstellung der Entwürfe, Pressearbeit) und nehmen gleichzeitig die Vorschläge und Belange der Schüler/innen ernst.
Dies und freie Arbeitsweise schaffen eine intrinsische Motivation für das Thema, deren Hintergründe oder Abhängigkeiten.