Schulart und Klassenstufe: Kinderakademie Weinstadt, höher begabte und besonders interessierte Kinder der Klassenstufen 2-4, Zwei Semester pro Schuljahr mit ca. 20 verschiedenen Kursangeboten.
Projektname: Raumforscher und Computerkünstler
Architekt/in: Anja Oesterle-Kieweg
Lehrer/in: keine
Schule und Klasse: Kinderakademie Weinstadt: Differenzierte Förderung mehr begabter und mehr motivierter Schüler. Beteiligt sind 7 Grundschulen aus der Region Weinstadt / Remshalden. Teilnehmer werden von den Lehrern ausgesucht.
Projektbeschreibung: Erste Unterrichtseinheit: RAUM – was ist das? Erarbeiten des Begriffs. Bauen von „Räumen“ aus großen Kartons. Hohe, niedrige, enge, helle, dunkle…. Wie fühlt man sich da drin? Zweite Unterrichtseinheit: PLAN – was ist das? Lieblingszimmer ausmessen, Zimmerumrisse u. Fenster u. Türen aufzeichnen. Erarbeiten des Begriffs „Maßstab“, ausprobieren von Zeichengeräten. Höhepunkt: Zeichnen vom Lieblingszimmer am Computer. Zimmer möblieren in 3D.
Zeitlicher Umfang: zwei Nachmittage à 2,5 Std.
Ziele: Raumwahrnehmung wecken und schulen. Pläne lesen lernen, Umsetzung der Realität in maßstäbliche Zeichnung. 2D- und 3D-Zeichnungen kennen lernen.
Aufgabenstellung: Was ist Raum? Wie kann ein Raum sein? Wozu braucht man Räume? Was ist ein Plan? Wozu braucht man Pläne? Wie macht man einen Plan?
Material und Werkzeug: Riesige Kartons, Wandfarbe, Klebeband, Schnüre. Bleistift, Lineal, Geodreieck, Schablonen, Skizzenpapier, Dreikant-Maßstab, CAD-Programm („Planner“-Programm als Freeware im Internet).
Einstieg/Transfer: Wir erforschen den Raum der uns umgibt und stellen ihn verkleinert dar.
Werke / Produkt: Raumkartons, Zimmer im Schuhkartonmodell, Zimmer als 2D- bzw. 3D-Zeichnung
Hinweise/Feedback: Die Kinder (auch die größeren) haben mit Begeisterung an den Karton-Räumen gebaut und sofort ausgelassen damit gespielt. Das Ausmalen der Innenseiten eines riesigen Kartons in weiß/gelb und eines engen Kartons in Schwarz habe ich vorab gemacht, damit die Farbe auch gewiss trocken ist. Fenster und Türen habe ich jeweils selbst mit dem Cutter reingeschnitten – ich kann kein (Kinder-) Blut sehen! Im engen schwarzen Karton auszuharren war eine kleine Mutprobe, wir haben nämlich von außen auch noch draufgeklopft. Als Hausaufgabe sollten die Kinder ihr liebstes Zimmer zu Hause ausmessen und die Maße aufschreiben. Auch Fenster und Türen in Bezug zu den Ecken ausmessen. Manche haben hier schon einen ersten Plan gezeichnet. Freiwillig konnten die Kinder ihr Lieblingszimmer auch als Schuhkarton- Modell bauen. Alle haben dies gemacht! Zur zweiten Unterrichtseinheit brachten sie ihre "Aufmaße" mit und wir besprachen das Thema Maßstab und probierten verschieden Zeichengeräte. Dann durften alle am PC die Umrisse ihres Lieblingszimmers eingeben und möblieren und in 3D anschauen. Natürlich wurde auch fleißig farbig ausgedruckt. Kurz vor den Sommerferien gab es eine öffentliche Ausstellung von allen 21 Kursen der Kinderakademie. Da konnten die Kinder noch einmal voller Stolz ihre Pläne und Modelle präsentieren und mit den Raumkartons spielen.
Fazit: Die Zeit war jeweils sehr knapp. Lieber eine Stunde mehr pro Unterrichtseinheit und dafür eine kurze Pause (zum Essen und Trinken) machen. Oder einen dritten Nachmittag vorsehen und das Schuhkartonmodell am Kursnachmittag machen. Dazu müssten die Kinder aber Alltagsgegenstände die dann als Möbel in die Schuhkartonmodelle geklebt werden mitbringen. Die Möbel aus Karton auch noch zu bauen würde meines Erachtens den Rahmen sprengen. Es fördert ja auch den künstlerischen bzw. kreativen Wert, wenn die Kinder alltägliche Dinge („Abfall“) zu Modellmöbeln umfunktionieren. Die Kinder waren mit voller Begeisterung dabei!