Zu den angegebenen Zeiten ist für ca. eine Stunde ein/e Ansprechpartner:in der Kommunen bzw. Büros vor Ort. Darüber hinaus können die Projekte auch individuell erkundet werden.
Raiffeisenplatz und Außenanlage Raiffeisenbank (2018) Denzlingen, Raiffeisenplatz 3-5 B: Gemeinde Denzlingen LA: Henne Korn Landschaftsarchitekten, Freiburg
Durch den Neubau der angrenzenden Raiffeisenbank bot sich die Chance, an städtebaulich interessanter Stelle einen Platz zu entwickeln. Prägendes Gestaltungselement des neuen Platzes ist eine Baumgruppe aus drei bestehenden Linden in einer Rasenfläche. Sie wird durch eine breite Sitzmauer mit Sitzauflagen gefasst. So entstehen Aufenthaltsbereiche mit unterschiedlicher Blickrichtung und Sonnenexposition. Ganz selbstverständlich wird das unkontrollierte Befahren des Platzes verhindert. Die notwendigen Fahrflächen für Parkplätze und die Anlieferung des benachbarten Raiffeisenmarktes fügen sich unmerklich in die Gestaltung ein. Synergien ergaben sich durch die zeitgleiche Entwicklung des Neubaus der angrenzenden Bank. Aus dem Aushub der Baugrube konnten Felsen gesichert werden, die den Platz nun als Wasserspiel bereichern.
Kulturzentrum in denkmalgeschütztem Gebäudeensemble (2019) Reute, Hauptstraße 4 B: Gemeinde Reute LA: Henne Korn Landschaftsarchitekten, Freiburg A: ml² architektur GmbH, Freiburg
In einem denkmalgeschützten, sanierten Gebäudeensemble wurde ein Kulturzentrum mit Ausstellungs- und Veranstaltungsräumen geschaffen. Hof- und Gartenflächen sollten dabei zu einem multi-funktional nutzbaren Bestandteil des Konzeptes werden. Im Hof wurde das zuvor gesicherte Natursteinpflaster wieder verlegt und durch barrierefrei nutzbare Flächenanteile ergänzt. Die vorhandene Glyzinie erhielt eine neue Tragkonstruktion. Ein kleiner Rundweg erschließt Außenvitrinen und Sammlungsstücke. Im Garten konnte der wertvolle Baumbestand erhalten werden; vorhandene Beläge wurden angemessen ergänzt. Der Garten bietet ebenfalls Raum für Veranstaltungen und Sammlungsstücke. Ausstattungselemente wie z. B. Tore oder Anschließmöglichkeiten für Fahrräder wurden so ausgewählt, dass sie sich unauffällig ins Ensemble einfügen.
Aufwertung Innenstadtbereich Breisach (2020) Marktplatz / Rheinstraße B: Stadt Breisach am Rhein LA: faktorgruen Landschaftsarchitekten bdla Beratende Ingenieure, Freiburg A: (Wettbewerb zusammen mit) K9 Architekten BDA DWB Borgards.Lösch.Piribauer, Freiburg
Der Bereich des Marktplatzes und der Rheinstraße ist als neuzeitliche Stadtgründung durch eine Raumfolge von Straßen- und Platzräumen geprägt. Dieser Charakter ist tragende Gestaltungsidee der Neuen Mitte von Breisach. Der Marktplatz ist der zentrale Dreh- und Angelpunkt, die zwei markanten Platzräume des Neutorplatzes und des Theo-Bachmann-Platzes sowie der neue Gutgsellentorplatz bilden jeweils Anfangs- und Endpunkte. Die beiden Platzräume sind jeweils mit einem Wasserthema in Form eines Fontänenfeldes ausgestattet. Diese greifen die Geschichte der Stadt auf und machen sie in Form von Schriftbändern und Zitaten auf dem Boden erlebbar. Der Brunnen vor dem Gutgsellentor erzählt von der historischen Stadtgründung und der Zerstörung durch den Brand im Jahre 1793. Ein Wasserlauf stellt die Verbindung zur neuen Stadtgründung am Fuße des Münsterbergs her und nimmt Bezug auf den hier historisch verlaufenden Bachlauf. Auf dem Marktplatz geht die Geschichte weiter, ein Fontänenfeld berichtet von der neuen Stadtgründung, der Zerstörung im Krieg sowie dem Wiederaufbau. Das Thema Wasser greift die Stadtgeschichte spielerisch auf, bildet eine touristische Attraktion und trägt zur Verbesserung des Kleinklimas bei. Der durchgängige Stadtraum ist ein verkehrsberuhigter Bereich mit Tempo 20 und hat einen einheitlichen Pflasterbelag. Die Rheinstraße ist zu einer Flanier- und Erlebniszone geworden. Ein Stadtraum, der sowohl von den Fußgängern als auch durch den Verkehr genutzt werden kann. Baumpflanzungen sind bewusst zurückhaltend eingesetzt, um den offenen, wohlproportionierten Straßenraum und den Blick auf das Münster nicht zu stören.
Neugestaltung Spielplatz (2020) Breisach, Saarlandstraße B: Stadt Breisach am Rhein LA: Gutmann Buchmann Landschaftsarchitekten, Freiburg/Münstertal
Das Saarland, kleinstes Flächenland der BRD, ist geomorphologisch mit einer niedrigen Hügellandschaft ausgebildet, die großteils bewaldet ist. Zwischen den Hügeln verlaufen verschiedene Flüße, der größte, die Saar, gibt dem Land den Namen. Im Wald versteckt findet man noch heute mehr oder weniger gut erhaltene Überreste vieler Burgen. Das war die Gestaltungsidee für das Konzept der Spielplatzsanierung: Die vorhandenen Hügel wurden mit neuen Hügeln (aus Aushub der Fallschutzflächen) ergänzt und erweitert. Die Wege blieben und bilden in der Gestaltung die Flüße ab, die mittels Balanciergeräten überquert werden können. Eine spitz zulaufende Sitzmauer, die den Spielbereich von der übrigen Parkfläche abgrenzt, symbolisieren die Mauern einer Burgruine. Neue Bäume wurden gepflanzt und ermöglichen das Spielen im Schatten.
Der Spielplatz ist in verschiedene Bereiche unterteilt, die jeweils durch Sitzbereiche oder Bodenmodellierung voneinander getrennt sind. Der vorhandene gepflasterte Platz am Baum wurde durch ein Sitzpodest und Sitzkuben ergänzt und als Aufenthaltsfläche hergerichtet. Daran angrenzend befindet sich ein Kletter-Balancier-Parcours für Kinder bis ca. 12 Jahre, der sich über den mittigen Hügel zieht. Hier können die Kinder ihre motorischen Fähigkeiten zusammen mit Geschicklichkeit, Gleichgewicht und spielerischer Kreativität verbessern. Es sind einzelne Kletter-Bereiche aufgrund der zu bekletternden Höhe mit Holzhackschnitzelbelag ausgestattet.
Auf der anderen Seite des Weges in der Parkfläche ist eine große Tampenschaukel eingeplant, die die Möglichkeit bietet, auch mit motorisch eingeschränkten Mitmenschen und verschiedenen Altersgruppen gemeinsam zu schaukeln. Außerdem gibt es hier auch noch einen kleinen Sandspielebereich ohne Einbauten für die ganz Kleinen aus dem Bestand.
Landesgartenschau Neuenburg (Fertigstellung 2022) Rheingartenweg B: Landesgartenschau 2022 Neuenburg am Rhein GmbH LA: g.h geskes.hack Landschaftsarchitekten, Berlin
Weitläufige Streuobstwiesen, einzigartige Auenlandschaften, spannende Naturräume – auf dem rund 23 Hektar großen Gelände der Landesgartenschau in Neuenburg am Rhein gibt es vom 22. April bis zum 3. Oktober 2022 unter dem Motto Stadt.Land.Fluss. viel zu entdecken. Kombiniert mit rund 2.000 Veranstaltungen wird die Landesgartenschau zum blühenden Ausflugsziel. Längst sind Landesgartenschauen in Baden-Württemberg Motoren langfristiger und nachhaltiger Stadtentwicklung. Ziel in Neuenburg am Rhein ist es, Stadt und Rhein nach vielen Jahrzehnten der Trennung wieder dauerhaft miteinander zu verbinden. Dies ist zugleich auch die Besonderheit und das Alleinstellungsmerkmal dieser Landesgartenschau. Der Rhein als zentrales Thema wird in der Ausstellungsplanung auf unterschiedlichen gestalterischen Ebenen umgesetzt, ebenso wie die weiteren Schwerpunkte Nachhaltigkeit/Natur und Klimwandel.
Die Gartenschau lässt sich in vier Teilräume gliedern, die durch ihre landschaftliche Struktur jeweils eigene Atmosphären bilden: Zum Parkteil Rheingärten gehören die natürlich anmutenden Rheinwiesen mit ihrem Streuobstbestand, die neu gebaute urbane Rheinterrasse und die gewässernahen Rheinauen. Ergänzt wird dies durch den den zentrumsnahen Parkteil „Stadtpark Wuhrloch“, der durch die Renaturierung des Klemmbach-Zuflusses sowie zahlreiche weitere Maßnahmen aufgewertet wird und Bindeglied zwischen Stadt und den neu angelegten Naturräumen ist.
Ergänzt wird dies durch zahlreiche städtische Baumaßnahmen wie beispielsweise die Neugestaltung der Schlüsselstraße oder der Bau der neuen Kindertagesstätte angrenzende am Stadtpark am Wuhrloch. Immer im Blick: das übergreifende gesamtstädtische städtebauliche Entwicklungsziel – eine Stadt geht zum Rhein!